Selbstverständnis und Engagement

Der Orden verbindet in seinem Wirken geistliches Leben, ritterliche Tradition, tätige Nächstenliebe und persönliches Engagement. Seine Mitglieder bringen ihr persönliches Engagement in kirchliche, soziale und kulturelle Initiativen ein und setzen sich besonders für Menschen in Not ein. Dabei verbindet der Orden dieses Engagement vor Ort mit der Unterstützung größerer humanitärer Hilfsmaßnahmen.

Das geistliche Leben des Ordens ist wesentlich durch die Spiritualität der Kirche geprägt. Gebet, Liturgie und die Teilnahme an den Sakramenten bilden die Grundlage des gemeinsamen Ordenslebens und verbinden die Ritter und Damen in der Tradition christlicher Ritterlichkeit. In diesem geistlichen Zusammenhang kommt der liturgischen Dimension des Ordenslebens besondere Bedeutung zu, denn die Teilnahme der Ritter und Damen an den Gottesdiensten – insbesondere am Heiligen Messopfer – bildet einen zentralen Bestandteil des Lebens und der Sendung des Ordens.

Die Mitglieder des Ordens nehmen aktiv an den religiösen Ausdrucksformen des kirchlichen und öffentlichen Lebens teil. Dazu gehören insbesondere die Prozessionen der Karwoche und des Fronleichnamsfestes sowie die liturgischen Feiern der jeweiligen Diözesen und lokalen Gemeinschaften. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Georg, des Patrons des Ordens, zu.

Der kanonische Magistralsitz des Ordens befindet sich in der Kapelle des Heiligen Georg in der römischen Basilika Santa Croce al Flaminio, die zwischen 1912 und 1918 mit Unterstützung des Constantinischen Ordens errichtet wurde. Hier begeht der Orden jährlich seine beiden wichtigsten Hochfeste: das Fest des Heiligen Georg und das Fest der Kreuzerhöhung. Auch die nationalen Kommissionen und regionalen Delegationen verfügen über eigene Kapellen in Kathedralen, Basiliken oder Kirchen, die als geistliche Zentren ihrer jeweiligen Zuständigkeitsbereiche dienen – so etwa die Kapelle der Heimsuchung und die Georgskapelle in der Militärkirche von Barcelona, die beide als Sitze der Delegation des Ordens in Katalonien fungieren.

Darüber hinaus werden die liturgischen Feiern des Ordens regelmäßig an weiteren bedeutenden kirchlichen Stätten begangen, darunter die Militärkathedrale von Madrid, die Kathedrale von Nola in der Provinz Neapel, die Kathedrale Notre-Dame in Luxemburg, die Basilika Santissima Annunziata in Florenz, die Basilika des Heiligen Antonius in Padua sowie die Basilika Nossa Senhora dos Mártires in Lissabon, zu deren angeschlossenem Hospiz die portugiesische Kommission des Ordens beigetragen hat. Weitere Stätten sind die Kirche der Himmelfahrt in Chiaia bei Neapel und die Kirche der Allerheiligsten Dreifaltigkeit mit dem angeschlossenen Kloster der Augustiner-Eremiten in Viterbo.

Die beiden zentralen Hochfeste des Ordens sind das Fest der Kreuzerhöhung am 14. September und das Fest des Heiligen Georg am 23. April. Das Fest der Kreuzerhöhung gilt als das bedeutendste Fest des Ordens; sein Ursprung liegt in der jährlich begangenen Festoktav zur Weihe der von Kaiser Constantin veranlassten Kirchenanlage in Jerusalem – der sogenannten Grabeskirche –, die als Ort der Kreuzigung und Grablegung Christi verehrt wird. Diese feierlich gestaltete Liturgie verband sich schon früh mit dem Gedächtnis der wunderbaren Auffindung des Wahren Kreuzes Christi, die der Überlieferung nach der Kaisermutter Helena zugeschrieben wird; das Wahre Kreuz wurde jedes Jahr am 14. September dem versammelten gläubigen Volk hocherhoben gezeigt und von ihm mit Akklamationen verehrt. Der Heilige Georg wird als Hauptpatron des Ordens am 23. April in besonderer Weise verehrt, und häufig werden im Rahmen dieser Feier auch Investituren neuer Mitglieder vorgenommen.

Neben den Hochfesten prägen weitere geistliche Traditionen das Leben des Ordens. Am 8. Dezember, dem Hochfest der Unbefleckten Empfängnis, wird die selige Jungfrau Maria als Patronin des Ordens verehrt. Darüber hinaus organisiert der Orden regelmäßig Wallfahrten, beispielsweise zum Heiligtum der Mutter vom Guten Rat in Genazzano, und die feierliche Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt häufig im Rahmen der genannten Hochfeste und liturgischen Feiern.

Darüber hinaus engagiert sich der Orden im Bereich von Kultur, Bildung sowie der Förderung von Geschichte und Kunst. Die nationalen Kommissionen organisieren regelmäßig Fortbildungstage, bei denen Vorträge zu historischen, künstlerischen oder geistlichen Themen mit Besichtigungen bedeutender Kulturstätten verbunden werden.

Kunstausstellungen und Benefizkonzerte gehören ebenso zu den häufigen Initiativen der Kommissionen und Delegationen des Ordens. Darüber hinaus vergibt der Orden Studien- und Ausbildungsstipendien an Schülerinnen, Schüler und Studierende mit begrenzten finanziellen Mitteln.

Im Geist seines Patrons, des Heiligen Georg, verbindet der Constantinische Orden die Pflege christlicher Tradition mit konkreter Hilfe für Menschen in Not sowie mit dem Einsatz für Kultur, Bildung und Gemeinwohl. So vereinen sich im Leben des Ordens geistliches Leben, caritatives Engagement und der Dienst an Kirche und Gesellschaft.

Die ritterliche oder militärische Dimension, die historisch mit dem Orden verbunden ist und an die Wirklichkeiten unserer Zeit angepasst wurde, konzentriert sich in erster Linie auf ein solidarisches Engagement in unmittelbarer Nähe. Die Mitglieder des Ordens nehmen, unter dem Impuls des Großmagisteriums sowie unter der Leitung der nationalen Königlichen Kommissionen und der regionalen Delegationen, aktiv an den diözesanen und pfarrlichen Missionen in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen teil.

Unser soziales Engagement verwirklicht sich in der alljährlichen weihnachtlichen Lebensmittelsammlung, in Hilfsdiensten für obdachlose Menschen sowie in der Sammlung von Mitteln zugunsten von Krankenhäusern, Waisenhäusern oder Altenheimen. Die Logik, die dieses Engagement vor Ort bestimmt, besteht darin, nicht nur finanzielle Mittel bereitzustellen, sondern auch persönlich Hilfe zu leisten – sowohl für die betroffenen Menschen als auch für die Institutionen, die ihnen Betreuung gewähren – dabei den Berichten zu den dringendsten Bedürfnissen aufmerksam zuzuhören und zu helfen.

Im humanitären Bereich haben sich die wichtigsten Aktivitäten vor allem auf punktuelle Maßnahmen konzentriert, die als Reaktion auf konkrete Ereignisse ergriffen wurden, den Handlungsmöglichkeiten des Ordens entsprechend.

Da der Orden nicht über ausreichende Kapazitäten verfügt, um eigenständige Einsatzstrukturen vor Ort zu entwickeln, bestand die Arbeitsweise in solchen Fällen in der Sammlung von Geldmitteln und deren Weitergabe an international wirksame Institutionen wie das Rote Kreuz, Caritas oder die Päpstliche Stiftung „Kirche in Not“. Die Mittelbeschaffung erfolgte dabei über persönliche Spenden der Ritter oder der Delegationen hinaus vor allem durch die Organisation von Benefizveranstaltungen wie Konzerten, Ausstellungen oder Vorträgen. Im letzteren Fall wurde besonderes Augenmerk darauf gelegt, Fachleuten, die mit solchen Krisen vertraut sind, ein Forum zur Vermittlung ihrer Erfahrungen zu bieten, um ein breites Publikum gesellschaftlich zu sensibilisieren. Im Einklang mit der Logik, das Engagement in unmittelbarer Nähe zu bevorzugen, hat der Orden seine Anstrengungen insbesondere auf Krisen in geografischen Regionen konzentriert, in denen er präsent ist.

Angesichts menschlichen Leids und großer sozialer, gesellschaftlicher Krisen und Erschütterungen stellte sich der Orden entschlossen in den Dienst der Bedürftigen. Während der beiden größten Flüchtlingskrisen Europas seit dem Zweiten Weltkriege, infolge der Jugoslawienkriege ab 1992 sowie der seit 2011 andauernden Krise im Nahen Osten, leisteten die Mitglieder konkrete und substantielle Hilfe und begleiteten zahlreiche Menschen auf ihrem Weg in Sicherheit und Hoffnung. Auch Naturkatastrophen wurden zu einem zentralen Feld caritativen Wirkens. In Zeiten schwerer Prüfung stand der Constantinische Orden den Betroffenen mit tätiger Solidarität und christlicher Nächstenliebe zur Seite – bei den Erdbeben von Assisi (1997), L’Aquila (2009) und Amatrice (2016) ebenso wie angesichts der anhaltenden Not in der Ukraine.

Der  Orden entfaltet sein Engagement auch im Bereich von Kultur,  Bildung  sowie der Förderung von Geschichte und Kunst. Die nationalen Kommissionen organisieren alljährlich offene Fortbildungstage, bei denen Vorträge zu historischen, künstlerischen  oder geistlichen Themen mit Besichtigungen bedeutender Denkmäler und Kulturstätten verbunden werden. Kunstausstellungen sowie Benefizkonzerte zählen zu den häufigen Initiativen, die von den Kommissionen und Delegationen des Ordens angeregt und getragen werden. Darüber hinaus vergibt der Orden Studien- und Ausbildungsstipendien an Schülerinnen, Schüler und Studierende mit begrenzten finanziellen Mitteln.