Prinz Pedro, Herzog von Kalabrien, Chef des Hauses Bourbon-beider Sizilien
S.K.H. Prinz Don Pedro von Bourbon-beider Sizilien (*1968) ist der gegenwärtige Chef des Hauses Bourbon-beider Sizilien und der 21. Großmeister des Constantinischen Ordens des Heiligen Georg. Er ist der Sohn von Infante Don Carlos von Spanien, Herzog von Kalabrien (1938–2015), und von Infanta Dona Anne d’Orléans (*1938), Tochter des Grafen von Paris.
Prinz Pedro vereinigt in seiner Person das Erbe zweier großer europäischer Königsdynastien: der Bourbonen — als direkter agnatischer Nachkomme der Könige beider Sizilien — und der Orléans, des französischen Zweigs des Hauses Bourbon, dem seine Mutter entstammt. Seine Linie verbindet damit drei Jahrhunderte europäischer Dynastiegeschichte.

| Vollständiger Name | Pedro de Borbón-Dos Sicilias y Orléans |
| Geburtsdatum | 25. September 1968, Madrid |
| Titel | Herzog von Kalabrien, Chef des Hauses Bourbon-beider Sizilien |
| Amt | 21. Großmeister des Heiligen Constantinischen Ordens vom Heiligen Georg (seit 5. Oktober 2015) |
| Eltern | Infante Carlos von Spanien, Herzog von Kalabrien (1938–2015) und Infanta Anne d’Orléans (*1938) |
| Gemahlin | Sofía Landaluce Yanguas |
| Kinder | Prinzessin Doña María, Prinz Don Jaime (Herzog von Noto, *1993), Prinz Don Juan, Prinz Don Pablo, Prinz Don Pedro, Prinzessin Doña Sofía, Prinzessin Doña Blanca |
| Dynastische Linie | Kalabrien-Linie, Hauptlinie des Hauses Bourbon-beider Sizilien |
Die dynastische Legitimation Prinz Pedros als Chef des Hauses und Großmeister des Constantinischen Ordens folgt einer lückenlosen agnatischen Sukzessionslinie über acht Generationen, die durch fünf unabhängige spanische Staatsstellen in den Jahren 1983 und 1984 einstimmig bestätigt wurde:
Ferdinand I. König beider Sizilien (1751–1825) — Gründer der vereinigten Monarchie
Francesco I. (1777–1830) — zweiter König beider Sizilien
Ferdinand II. (1810–1859) — dritter König; Vater Alfonsos von Caserta
Alfonso, Graf von Caserta (1841–1934) — Chef des Hauses im Exil nach dem Tod Franz II.
Carlos (1870–1949) — zweitgeborener Sohn Alfonsos, Stammvater der Kalabrien-Linie
Alfonso II., Herzog von Kalabrien (1901–1964) — Sohn von Carlos, erster Chef der Kalabrien-Linie nach 1960
Carlos I., Herzog von Kalabrien (1938–2015) — Sohn Alfonsos II., 20. Großmeister
Pedro, Herzog von Kalabrien (*1968) — Sohn von Carlos I., seit 2015 der 21. Großmeister
Diese ununterbrochene agnatische Linie über acht Generationen ist die Grundlage der dynastischen Autorität des Hauses. Sie entspricht genau den Regeln der agnatischen Primogenitur, die das Haus Bourbon-beider Sizilien seit seiner Gründung prägen. Fünf unabhängige spanische Staatsstellen haben diese Sukzession in den Jahren 1983 und 1984 einstimmig bestätigt. Der spanische König Juan Carlos I. verlieh Prinz Carlos, dem Vater des heutigen Großmeisters, den Rang eines Infanten von Spanien — ein starkes Zeichen der dynastischen Anerkennung durch das spanische Königshaus.
Der Vater von Prinz Pedro, Infante Carlos von Spanien, Herzog von Kalabrien (1938-2015), war der 20. Großmeister des Ordens. Er wurde in Neapel geboren und verbrachte seine Jugend im Exil, da die Dynastiemitglieder des Hauses Bourbon-beider Sizilien nach dem Zweiten Weltkrieg vorerst von Italien ausgewiesen waren. Als Infant von Spanien genoß er eine besondere protokollarische Stellung am spanischen Königshof und war ein enger Freund und Vertrauter von König Juan Carlos I.
Sein Engagement für den Constantinischen Orden, die Fortführung der religiösen Traditionen und die Pflege des kulturellen Erbes des Hauses kennzeichneten seine Ära als Großmeister. Im Jahr 2014 unterzeichnete er — kurz vor seinem Tod — den Atto di Riconciliazione Familiare, den Versöhnungsakt mit der Castro-Linie, in der Hoffnung, den jahrzehntelangen dynastischen Streit beizulegen. Sein Sohn Don Pedro setzte dieses Werk der Versöhnung fort, bis die Castro-Linie 2016 einseitig die Bedingungen des Akts aufkündigte.
Die Cheflinie des Hauses Bourbon-beider Sizilien
Prinz Pedro ist verheiratet mit Sofía Landaluce Yanguas. Gemeinsam haben sie sieben Kinder; der älteste Sohn ist Jaime, Herzog von Noto (*1993), der die dynastische Linie fortsetzen wird. Prinz Jaime tritt zunehmend öffentlich in Erscheinung und begleitet seinen Vater bei repräsentativen Aufgaben des Ordens und des Hauses. Er studierte an renommierten europäischen Universitäten und bereitet sich sorgfältig auf seine zukünftige Rolle als Erbe des Hauses vor. Prinz Jaime ist verheiratet mit Prinzessin Charlotte, geborene Lady Charlotte Diana Lindesay-Bethune (*1993).

Die Kalabrien-Linie ist damit die einzige der beiden Linien des Hauses, die männliche Nachkommen aufweist. Die Castro-Linie hat mit dem jetzigen Linienchef Carlo, Herzog von Castro, ihren letzten männlichen Repräsentanten — eine genealogische Tatsache, die 2016 zur einseitigen Sukzessionsumstellung auf absolute Primogenitur führte, die von der Kalabrien-Linie nicht anerkannt wird.
Der folgende interaktive Stammbaum zeigt die Nachkommen Ferdinandos II. und die Verzweigung in Kalabrien-Linie (Hauptlinie, rot markiert) und Castro-Linie (Nebenlinie, blau markiert). Namen mit Wikipedia-Verlinkung sind klickbar; die Knoten können durch Klicken auf die Pfeil-Schaltflächen geöffnet und geschlossen werden.
Mit Prinz Jaime, Herzog von Noto, setzt sich die Sukzession des Hauses Bourbon-beider Sizilien in die nächste Generation fort — nach mehr als drei Jahrhunderten dynastischer Geschichte, die von Süditalien ins Exil und über europäische Königsbäuser in die Gegenwart führt.

Verhältnis zur Spanisichen Königsfamilie
Prinz Pedro von Bourbon–beider Sizilien, Herzog von Kalabrien, Graf von Caserta und Oberhaupt des Königlichen Hauses beider Sizilien, gehört in Spanien zur Familie des Königs.
Sein verstorbener Vater, Infant Don Carlos war ein Vetter ersten Grades von König Juan Carlos I.. Prinz Pedro ist ein Cousin zweiten Grades von König Felipe VI. und dient Seiner Majestät als Präsident des Rates der vier spanischen Militärorden von Santiago, Calatrava, Alcántara und Montesa.
Am 27. Juni 1972 legte der damalige Chef des Spanischen Königshauses, Seine Königliche Hoheit Don Juan de Borbón y Battenberg, Graf von Barcelona, in einem Schreiben die Thronfolge gemäß der Verfassung von 1876 dar. In dieser Reihenfolge erschienen unter anderem Don Juan Graf von Barcelona, Prinz Juan Carlos, Felipe de Borbón y Grecia (König Felipe VI.), Elena und Cristina, Don Carlos, Herzog von Kalabrien, Oberhaupt des Hauses beider Sizilien, Don Pedro, Herzog von Noto (heute Herzog von Kalabrien und Großmeister). Diese Regelung beruhte auf der Verfassung von 1876, die später durch die Verfassung von 1978 ersetzt wurde.
Nach der heutigen Verfassung folgen in der Thronfolge zunächst die beiden Töchter König Felipe VI. sowie die weiteren Nachkommen König Juan Carlos‘. Die Königliche Familie Spaniens umfasst heute König Felipe VI., Königin Letizia, ihre beiden Töchter (Leonor, Prinzessin von Asturien, und Infantin Sofía) sowie König Juan Carlos und Königin Sofía. Zur Familie des Königs gehören darüber hinaus die Schwestern König Felipe VI. und deren Kinder, die Schwestern König Juan Carlos‘ und deren Kinder sowie Prinz Pedro, seine Mutter, seine Schwestern und deren Kinder.
Der Orden unter Prinz Pedro
Als 21. Großmeister führt Prinz Pedro den Sacro Militare Ordine Costantiniano di San Giorgio weiter. Der Orden unterhält heute Delegationen in zahlreichen Ländern Europas und der Welt und verbindet seine historische militärische Tradition mit einer aktiven karitätiven und religiösen Ausrichtung. Zu den Schwerpunkten gehören:
- Kirchliche Restaurierungsprojekte: Finanzierung und Begleitung der Restaurierung historischer Kirchen und religiöser Kunstwerke, insbesondere in Süditalien.
- Humanitäre Hilfe: Unterstützung karitativer Organisationen und humanitärer Projekte in Europa und übersee.
- Stipendienprogramme: Förderung junger Katholiken durch Bildungsprogramme und Stipendien.
- Pflege des kulturellen Erbes: Dokumentation und Vermittlung der Geschichte des Ordens und des Hauses Bourbon-beider Sizilien.
- Religiöse Trägerschaft: Unterstützung der Kirche in ihren apostolischen und sozialen Aufgaben.
Die päpstliche Grundlage des Ordens — das Breve von 1699 und die Bulle Militantis Ecclesiae von 1718 — definiert das Großmeisteramt als eigenständige dynastische Erbschaft, getrennt von der weltlichen Thronfolge. Diese Selbständigkeit sichert die Kontinuität des Ordens unabhängig von politischen Veränderungen. Der Heilige Stuhl hat in seiner Kirchenkorrespondenz stets das Oberhaupt der Kalabrien-Linie als rechtmäßigen Großmeister angesprochen.
Die Kommissionen und Delegationen des Ordens unter Prinz Don Pedros Leitung sind in folgenden Ländern aktiv: Spanien, Italien, Deutschland, Frankreich, Österreich und Liechtenstein, Deutschland, Großbritannien und Irland, Vereinigte Staaten, Mexiko, Argentinien, Brasilien, Australien, Belgien, Niederlande und weiteren Ländern. Jede Delegation verbindet die historische Ordenstradition mit dem lokalen kirchlichen und sozialen Leben.
Engagement und Ausblick
Prinz Pedro engagiert sich persönlich in den Aktivitäten des Ordens und repräsentiert das Haus bei offiziellen Anlässen in Europa und weltweit. Sein Engagement gilt besonders der Verbindung von europäischer Dynastietradition mit zeitgemäßem karitätivem Handeln. Er legt Wert darauf, dass der Orden keine reine Repräsentationseinrichtung ist, sondern aktiv soziale und kirchliche Aufgaben wahrnimmt.
Als Großmeister pflegt er enge Beziehungen zu kirchlichen und weltlichen Institutionen in ganz Europa. Dabei steht im Vordergrund nicht die dynastische Selbstdarstellung, sondern die Fortsetzung einer jahrhundertealten Tradition im Dienst der Kirche und der Gesellschaft. Don Pedro betont in diesem Zusammenhang stets den Dienst- und Verpflichtungscharakter des Ordensamts — Großmeister sein bedeutet nicht Vorrecht, sondern Verantwortung.
Mit Prinz Jaime, Herzog von Noto, steht die nächste Generation des Hauses bereit. Nach mehr als 290 Jahren dynastischer Kontinuität — von der Gründung des Königreichs Neapel-Sizilien durch Karl von Bourbon 1734 bis zur Gegenwart — setzt das Haus Bourbon-beider Sizilien seine Geschichte als lebendige europäische Dynastietradition fort.
