Caritatives Engagement und Humanitäre Hilfe
Die ritterliche oder militärische Dimension des Ordens, die historisch mit seiner Tradition verbunden ist, wird heute in einer Weise gelebt, die den Herausforderungen unserer Zeit entspricht. Sie zeigt sich vor allem in einem solidarischen Engagement im unmittelbaren sozialen Umfeld der Ordensmitglieder: in der Unterstützung von Menschen in schwieriger Lebenssituation, in der Begleitung von Kranken, in der Hilfe für Bedürftige. Konkrete Initiativen sind unter anderem weihnachtliche Lebensmittelsammlungen, Hilfsdienste für obdachlose Menschen sowie die Unterstützung von Krankenhäusern, Waisenhäusern und Altenheimen. Der Orden versteht sein Engagement dabei nicht nur als finanzielle Hilfe, sondern auch als persönliche Unterstützung für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Ziel ist es, aufmerksam auf die Bedürfnisse vor Ort zu hören und dort zu helfen, wo Hilfe besonders gebraucht wird.
Das Leitbild: Caritas als Herzstück des Ordenslebens
Der Religiöse Militärische Constantinische Orden des Heiligen Georg versteht sich als neutrale und apolitische ritterlich-religiöse Institution, die spirituelle, kulturelle, humanitäre und sozial-caritative Aktionen im Einklang mit christlichen Grundsätzen fördert. Er strebt danach, durch Nächstenliebe auf die Welt von heute einzuwirken – in Bereichen wie der Unterstützung von Menschen, die von Armut, Ausgrenzung, Krieg oder der Verfolgung ihres Glaubens bedroht sind, sowie in der Förderung von Kultur als materiellem und immateriellem Erbe. Dieses Selbstverständnis ist kein bloßes Bekenntnis auf dem Papier, sondern prägt den Alltag des Ordens auf allen Ebenen – von der Führung durch den Großmeister bis hin zu den einzelnen Sektionen in den Regionen. Gemäß den Ordensstatuten sind die beiden zentralen Bereiche des sozialen Handelns die Krankenhausfürsorge und die allgemeine Wohltätigkeit. Diese zwei Säulen bilden den institutionellen Rahmen, innerhalb dessen sich das gesamte caritative Wirken des Ordens entfaltet.
Die Mitgliedschaft im Orden verpflichtet nicht nur zur Einhaltung religiöser und ethischer Grundsätze, sondern ausdrücklich zum tätigen Dienst am Nächsten. Mit der Aufnahme in den Orden verpflichten sich die Mitglieder, sich für alle Werke der Barmherzigkeit gegenüber dem Nächsten einzusetzen. Diese Verpflichtung ist keine abstrakte Formel, sondern wird durch konkrete Projekte, Spendenaktionen, Freiwilligendienste und institutionelle Partnerschaften mit Caritas, Pfarreien, Krankenhäusern und internationalen Organisationen gelebt.
Die Haltung des Großmeisters: Dienst als persönliche Berufung
Der amtierende Großmeister S.K.H. Don Pedro von Bourbon-Sizilien und Orléans, Herzog von Kalabrien, Graf von Caserta, verkörpert den caritativen Anspruch des Ordens in besonderer Weise durch sein persönliches Auftreten. Er kümmerte sich persönlich um die Versorgung von Bedürftigen während der Covid-Pandemie, fuhr eigenhändig in die Ukraine, um einen der Krankenwagen zu überführen, die der Constantinische Orden dem Land zur Versorgung der Kriegsverletzten gespendet hatte, unternahm eine Wallfahrt nach Caravaca de la Cruz mit dem Orden im Jubeljahr 2024 und besuchte Gemeinden in Sibayo, Caylloma und Arequipa in Peru, um benachteiligte Menschen zu unterstützen, die dank der Hilfe des Ordens heute eine Berufsausbildung erhalten.

Don Pedro hat das altruistische und solidarische Wirken seines verstorbenen Vaters exponentiell ausgebaut, sodass der Constantinische Orden heute seine wohltätige Tätigkeit in Deutschland, Österreich, Brasilien, Spanien, den Vereinigten Staaten, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Peru, Portugal, Großbritannien und Schweden entfaltet. Er besucht persönlich die nationalen Kommissionen seines Ordens, wohl wissend, dass seine Anwesenheit die caritativen Aufgaben sichtbar stärkt und voranbringt. Dieser persönliche Stil der Führung prägt die gesamte Kultur des Ordens: Soziales Engagement ist kein Seitenaspekt, sondern Kernauftrag.
Die institutionelle Grundlage: Die Fondazione San Giorgio Italia ETS
Das caritative Wirken des Ordens in Italien stützt sich auf eine eigens gegründete gemeinnützige Organisation. Die Fondazione San Giorgio Italia wurde vom amtierenden Großmeister Don Pedro von Bourbon-Sizilien als Präsident der Fundación Orden Constantiniana de San Jorge mit Sitz in Madrid gegründet und ist als gemeinnützige Organisation im Register des Dritten Sektors eingetragen. Sie ist ausschließlich Tätigkeiten von sozialem Nutzen gewidmet: der Betreuung gefährdeter Menschen – älterer, kranker, armer und behinderter Personen sowie Kinder – und bietet ihnen moralische und materielle Unterstützung. Darüber hinaus fördert sie akademische und Forschungsinitiativen, pflegt das historische und kulturelle Erbe Italiens und verbreitet Kultur und Bildungswerte auch durch editorische, populärwissenschaftliche und künstlerische Tätigkeiten von gesellschaftlichem Interesse.
Präsident der Stiftung ist S.E. Prinz Don Flavio Borghese; Vizepräsident ist der Graf Antonio Zanardi Landi; Mitglied des Vorstands ist S.K.H. Prinz Jaime de Borbón-Dos Sicilias, Herzog von Noto und Großpräfekt des Ordens; Rat und Generaldirektor ist der Nobile Alessandro Pompili, Baron von Denny. Die Stiftung arbeitet primär mit dem freiwilligen, unentgeltlichen Einsatz von Personen, die ihre Zeit, Ressourcen und Fachkenntnisse einbringen, und fungiert als operativer Arm des Ordens für alle caritativen und sozialen Aktivitäten in Italien.
Die internationale Anerkennung: Beraterstatus bei den Vereinten Nationen
Das soziale Engagement des Ordens findet auch auf internationaler Ebene formale Anerkennung. Seit dem 1. August 2011 genießt der Orden den besonderen Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) – auch als Würdigung der zahlreichen humanitären Aktivitäten, die weltweit zugunsten der Ärmsten unternommen wurden. Darüber hinaus hat der Orden Beobachterstatus bei der UN-Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifik (UN-ESCAP) erlangt, einem wichtigen Gremium, in dem 53 Mitgliedstaaten und 9 assoziierte Staaten der Makroregion Asien-Pazifik vertreten sind. Diese völkerrechtliche Stellung verleiht dem sozialen Wirken des Ordens eine Dimension, die weit über lokale Hilfsmaßnahmen hinausreicht und die Möglichkeit eröffnet, globale Agenden mitzugestalten.
Nothilfe in der COVID-19-Pandemie
Die erste große Bewährungsprobe der jüngeren Geschichte war die COVID-19-Pandemie. Der Orden reagierte auf die Krise mit einem koordinierten, mehrschichtigen Einsatz. Unter Führung von Prinz Pedro koordinierte der Orden als Präsident des Königlichen Rates der spanischen Ritterorden eine umfassende Solidaritätsaktion: Gemeinsam mit Caritas und verschiedenen Suppenküchen sowie caritativen Organisationen wurden Schutzausrüstungen, Medizingeräte, Medikamente und didaktisches Material – darunter Tablets – an Krankenhäuser, Pflegeheime und mittellose Familien in ganz Spanien geliefert, damit Kinder armer Familien am Fernunterricht teilnehmen konnten.
In Süditalien legte der Orden einen besonderen Fokus auf strukturell schwächere Regionen. Die Hilfsaktion der Ordenscharité konzentrierte sich auf Abruzzen, Basilicata, Kalabrien, Kampanien, Molise, Apulien und Sizilien, um Krankenhäuser mit geringeren Ressourcen bei der Aufstockung ihrer Intensivkapazitäten zu unterstützen. In Kalabrien spendete der Orden konkret 30.000 Euro dem Krankenhaus Pugliese Ciaccio in Catanzaro für medizinische Geräte und Ausrüstungen für die Intensivstation. Der damalige Großmeister betonte dabei: „Jeder gespendete Euro ist ein Hoffnungsschimmer und ein kleiner Tropfen Leben, um diese Herausforderung zu bestehen.“ Diese Spende wurde zweckgebunden für die Einrichtung von Intensivpflegestationen in der kalabrischen Landeshauptstadt eingesetzt – in einer Region, die strukturell zu den am stärksten unterversorgten Italiens zählt.
Humanitäre Hilfe im Ukraine-Krieg
Als im Februar 2022 der Krieg in der Ukraine ausbrach, mobilisierte der Orden rasch humanitäre Hilfe. Über seine Wohltätigkeitsorganisation Constantinian Order Charity Onlus stellte der Orden sofortige Hilfe für die Flüchtlinge und die betroffene Bevölkerung bereit – in einem Kontext, der durch die zwei vorangegangenen Pandemiejahre bereits stark belastet war und in dem soziale Not und Marginalisierung ohnehin zugenommen hatten. Besonders symbolträchtig war der persönliche Einsatz des Großmeisters: Prinz Pedro überführte eigenhändig einen der vom Orden gespendeten Krankenwagen in die Ukraine, um die Versorgung der Kriegsverletzten zu unterstützen – ein Akt, der das Leitbild des tätigen Ritters in der Gegenwart eindrucksvoll verkörpert.
Unterstützung der Christengemeinden im Heiligen Land
Neben den akuten Krisen widmet sich der Orden auch dauerhaften humanitären Notlagen. Im Rahmen des Jubiläumsjahres 2025 stellte die Fondazione San Giorgio Italia ETS die Nettoerlöse aus ihrem Benefiz-Galadinner zugunsten des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem zur Verfügung, um die christliche Bevölkerung im Heiligen Land zu unterstützen. Die schwierige wirtschaftliche Lage vieler christlicher Familien in der Region erschwert den Zugang zu grundlegenden Ressourcen, darunter Bildung, die für die Zukunft der jüngeren Generation unverzichtbar ist. Diese Aktion verbindet auf charakteristische Weise die religiöse Identität des Ordens mit konkreter sozialer Solidarität – in einem der ältesten und zugleich gegenwärtig brennendsten Konfliktgebiete der Welt.
Katastrophenhilfe bei der Überschwemmung des Flusses Crati in Kalabrien
Auch bei regionalen Naturkatastrophen zeigte die Delegation Kalabrien ihr unmittelbares Handeln. Als der Fluss Crati über die Ufer trat und weite Teile Kalabriens überflutete, stellte sich die Delegation unverzüglich an die Seite der betroffenen Bevölkerung und unterstützte das Solidaritätsnetzwerk aus Caritas, Pfarreien und Freiwilligenorganisationen. Die Caritas-Diözese richtete Sammelstellen für unverzichtbare Materialien ein: Hygieneartikel, Schlamm-Reinigungsgeräte, Schaufeln, Stiefel, Wasserpumpen und Sanierungsmittel. Die rasche Reaktion der Delegation verdeutlicht, dass der Orden nicht nur in institutionellen Strukturen, sondern unmittelbar und flexibel in akuten Notsituationen präsent ist.
Medizinische Ausstattung für Krankenhäuser in Kalabrien
Ein besonders konkretes und wiederkehrendes Feld des sozialen Engagements der Delegation Kalabrien ist die Unterstützung der lokalen Gesundheitsversorgung. Am 13. März 2026 übergab eine Abordnung der Sektion Crotone der Neonatologie des Krankenhauses San Giovanni di Dio ein pädiatrisches EKG-Überwachungsgerät, das durch einen caritativen Burraco-Turnier finanziert worden war, den Ritter, Damen und Postulanten der Sektion organisiert hatten. Das Gerät ermöglicht es dem Pflegepersonal, die Herzfunktionen der kleinen Patienten kontinuierlich und präzise zu überwachen und in kritischen Situationen unmittelbar einzugreifen – in manchen Fällen lebensrettend. Das Krankenhaus würdigte die Spende mit einer offiziellen Ehrenurkunde als „glänzendes Beispiel für soziale Verantwortung, Bürgernähe und authentischen Geist der Zusammenarbeit mit den Gesundheitsinstitutionen“. Anfang März 2026 spendete dieselbe Sektion der Caritas der Diözese Crotone-Santa Severina Schuhwerk in verschiedenen Größen für Bedürftige.
Lebensmittelhilfe, Caritas-Dienste und Alltagssolidarität
Die Delegation Kalabrien engagiert sich kontinuierlich in der unmittelbaren Versorgung von Menschen in Not. Im Mai 2024 leisteten Ritter, Damen und Postulanten der Sektionen Lamezia Terme und Cosenza aktiven Dienst in der diözesanen Caritas-Mensa und übergaben Lebensmittelspenden für die tägliche Essenszubereitung. Der Direktor der Caritas-Diözese Lamezia Terme, Don Fabio Stanizzo, dankte dem Orden für die sichtbare Nähe zu den Ärmsten und schloss sich im Gebet an. Am Gedenktag der Virgo Fidelis, dem 21. November 2024, spendete die Delegation 50 warme Mahlzeiten an bedürftige Familien, die von der Caritas der Pfarrei Santa Maria della Candelora in Reggio Calabria betreut werden. Ebenfalls 2024 lieferte die Delegation einer ukrainischen Familie, deren kleines Kind im Kinderkrankenhaus Polistena stationiert war, Güter des täglichen Bedarfs.
Im Advent 2024 übergab die Sektion Lamezia Terme und Cosenza in der Pfarrkirche San Giovanni Battista in Cosenza Panettoni und Kleidungsstücke an bedürftige Familien, die von der Pfarrgemeinde betreut werden. Die Mitglieder des Ordens lebten die Adventszeit als Zeit der Erwartung bewusst mit dem Einsatz für die Solidarität gegenüber den Schwächsten. Eine großzügige Einzelspende von Ritter Antonino Campolo ermöglichte im Dezember 2024 die Übergabe einer beachtlichen Menge Pasta an die Pfarrei des Heiligen Franziskus von Assisi in Reggio Calabria, die täglich die Ärmsten versorgt.
Aktionsveranstaltungen und Bewusstseinsbildung
Das soziale Engagement des Ordens erschöpft sich nicht in der materiellen Hilfe, sondern schließt auch die öffentliche Bewusstseinsbildung ein. Am Weltautismustag 2025 ließ die Delegation auf Initiative des Referenten für Catanzaro, Ritter Saverio Salerno, das Stadtdenkmal „Il Cavatore“ – das Wahrzeichen der Stadt – in Blau anstrahlen. Die Aktion „Light It Up Blue“ verbindet dabei globale Wahrzeichen wie das Empire State Building in New York, den Cristo Redentor in Rio de Janeiro, die große Pyramide von Gizeh und den Konstantinsbogen in Rom. Mit dieser symbolischen Geste setzte die Delegation ein Zeichen für die Rechte und die gesellschaftliche Inklusion von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen.
Am 29. März 2026 veranstaltete die Delegation in der Pfarrei Santa Maria della Candelora in Reggio Calabria einen Aktionstag unter dem Motto „Donare è Condividere“ (Geben heißt Teilen), mit Palmenweihe, heiliger Messe und einem Solidaritätsmittagessen für die sozial schwächsten Bevölkerungsschichten. Solche Veranstaltungen sind charakteristisch für den Ansatz der Delegation, liturgische Feiern und caritative Aktion miteinander zu verbinden – dem Leitbild des Ordens entsprechend, dass wahre Ritterlichkeit nicht im Kampf, sondern im Dienst besteht.
Kulturelles und wissenschaftliches Engagement als soziale Verantwortung
Das soziale Engagement des Ordens umfasst auch die Pflege des historischen und kulturellen Gedächtnisses, die als Form der gesellschaftlichen Verantwortung verstanden wird. Die Fondazione San Giorgio Italia ETS schloss ein dreijähriges Rahmenabkommen mit dem Fachbereich für Geistes- und Kulturwissenschaften der Universität Luigi Vanvitelli (Kampanien) zur Erschließung, Katalogisierung und Inventarisierung des historischen Archivfonds des Constantinischen Ordens im Staatsarchiv Neapel. Dieser Fonds umfasst Dokumente aus der ersten Hälfte des 18. bis ins 20. Jahrhundert, die wichtige kulturelle, historische und wissenschaftliche Aspekte des Ordens beleuchten. Für dieses Forschungsprojekt stellt die Stiftung 30.000 Euro zur Verfügung. Im Laufe seiner Geschichte beteiligten sich die Ritter und Damen des Ordens überdies aktiv gemeinsam mit dem Internationalen Roten Kreuz und dem Malteserorden an der Unterstützung der Opfer beider Weltkriege.
Vernetzung und interregionale Zusammenarbeit
Das caritative Wirken der Delegation Kalabrien ist auch in überregionale Zusammenhänge eingebettet. Die Delegationen Neapel und Kampanien, Kalabrien sowie Apulien und Basilicata haben sich im Frühjahr 2026 zu einem ersten gemeinsamen interdelregativen Kapitel zusammengefunden, um den gegenseitigen Zusammenhalt und die Zusammenarbeit zu stärken. Das Treffen in Melfi unter dem Leitthema „In actione contemplativi“ stand im Zeichen der Fastenzeit als Zeit des Zuhörens, der Gnade und der Umkehr – und sollte den missionarischen Einsatz der Mitglieder neu ausrichten. Diese Vernetzung zeigt, dass das soziale Engagement nicht isoliert in einzelnen Sektionen stattfindet, sondern Teil einer breiteren Bewegung ist, die sich gegenseitig inspiriert, koordiniert und stärkt.
Das soziale Engagement des von der Linie Kalabrien geführten Constantinischen Ordens ist vielschichtig, konsequent und tief in der religiösen Identität des Ordens verwurzelt. Es reicht von der Übergabe eines Kinderkardiogramm-Geräts in einem kalabrischen Kreißsaal über persönliche Einsätze des Großmeisters in den Überschwemmungsgebieten Valencias bis hin zur Unterstützung von Christen im Heiligen Land und der Digitalisierung historischer Archive in Neapel. Die Stiftung des Ordens arbeitet mit freiwilligen Helfern, die Zeit, Mittel und Fachkenntnisse einbringen, und versteht sich als Sprachrohr und Stütze der sozialen Anliegen des Ordens. Sie engagiert sich zudem für die Bewahrung des kulturellen Erbes sowie die Förderung von Bildung und Forschung durch kulturelle Veranstaltungen und ehrenamtliche Arbeit. Der Anspruch lautet dabei stets: Servire e non servirsi – dienen, nicht sich bedienen lassen. Wahre Ritterlichkeit besteht nicht in Macht, sondern in Demut, nicht im Kampf, sondern im Dienst.
Auch im humanitären Bereich engagiert sich der Orden im Rahmen seiner Möglichkeiten. Die Aktivitäten konzentrieren sich vor allem auf gezielte Hilfsmaßnahmen als Reaktion auf konkrete Krisensituationen. Da der Orden nicht über eigene umfangreiche Einsatzstrukturen verfügt, erfolgt die Unterstützung häufig durch die Sammlung von Mitteln und deren Weiterleitung an international tätige Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz oder Caritas Internationalis. Entsprechend dem Grundsatz eines Engagements in unmittelbarer Nähe richtet der Orden seine besondere Aufmerksamkeit auf Krisen in jenen Regionen, in denen seine Kommissionen und Delegationen präsent sind. Während der Flüchtlingsbewegungen infolge der Jugoslawienkriege ab 1992 sowie der seit 2011 andauernden Krise im Nahen Osten leisteten die Mitglieder konkrete Hilfe und begleiteten zahlreiche Menschen auf ihrem Weg in Sicherheit.
Auch Naturkatastrophen wurden zu einem wichtigen Feld des caritativen Wirkens. In Zeiten schwerer Prüfung stand der Orden den Betroffenen mit tätiger Solidarität zur Seite – etwa nach dem Erdbeben von Assisi (1997), dem Erdbeben von L’Aquila (2009) und dem Erdbeben von Amatrice (2016) sowie angesichts der anhaltenden Not infolge des Krieges in der Ukraine.








